Alkoholische Tinkturen selber herstellen

Heute möchte ich euch in die Welt der Kräuter und der Tinkturen mitnehmen! Im Rahmen meiner Ausbildung zum TEH-Praktiker in Unken (an der TEH-Akademie) lerne ich viele spannende Techniken kennen, wie man Kräuter aus dem Garten bzw. von Wald und Wiese konservieren und verarbeiten kann. Eine traditionelle und bewährte Methode ist die Herstellung von alkoholischen Tinkturen! 

Tinktur aus Ringelblumenblüten

Ringelblumenblüten werden für einige Wochen in Alkohol angesetzt, um die Wirkstoffe zur extrahieren.

Pflanzenteile mit Alkohol ins Glas – Tinkturen selbst gemacht

Kräutertinkturen gehören in meine Hausapotheke. Sie sind vielseitig einsetzbar, lange haltbar und wirklich einfach selbst herzustellen. Alkoholische Tinkturen können sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Äußerlich beispielsweise bei Krampfadern (Kastanientinktur), innerlich bei Halsschmerzen (Salbeitinktur). Was genau ist nun eine Tinktur? Durch Extraktion mittels Alkohol werden arzneiliche Inhaltsstoffe aus der Pflanze herausgezogen – darum auch der Begriff „Heilpflanzen-Auszug“. Verwendet werden heilsame Pflanzen, davon die Pflanzenteile mit hohem Wirkstoffgehalt – beispielsweise Blüten oder Wurzeln. Alkoholische Tinkturen werden sowohl aus frischen, als auch aus getrockneten Pflanzenteilen hergestellt. Man kann einfache Tinkturen mit nur einer Pflanze oder Mischungen aus mehreren Pflanzen ansetzen. Für eine Urtinktur verwendet man 1 Teil frische Pflanzen und 2 Teile Alkohol, für eine Tinktur mit getrockneten Pflanzenteilen 1 Teil getrocknete Pflanze und 5 Teile Alkohol. Für die Extraktion verwendet man eine Alkoholkonzentration von 30% bis 40% für Blüten,Blätter und junge Pflanzen; Wurzeln oder Rinde werden mit 70% bis 90%igem Alkohol extrahiert. Man übergießt die zerkleinerten Pflanzenteile mit dem Alkohol und lässt das Glas 10 bis 21 Tage an einem warmen Platz am Fensterbrett (nicht direkt in der Sonne) stehen. Öfter schütteln fördert das Herauslösen der Inhaltsstoffe aus den Pflanzenteilen. Der Vorteil an alkoholischen Tinkturen ist, dass sowohl die alkohollöslichen, als auch die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze extrahiert werden können!

Alkoholische Tinktur aus den Blüten der Ringelblumen

Schon Hildegard von Bingen war ein Fan der gelben und orangen Blüten der Ringelblume. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn sie sich selbst ausgesät hat, bzw. wenn ich sie neu kultivieren konnte. Der Klassiker ist natürlich die Ringelblumen-Salbe mit Bienenwachs und Olivenöl. Da ich mich in diesem Jahr aufgrund meiner TEH-Ausbildung mit alkoholischen Auszügen beschäftige, wollte ich eine Tinktur aus den Blüten der Ringelblume ansetzen. Die Tinktur kann ich als Wirkstoff für selbst gemachte Hautcremes verwenden, als Spray zur Desinfektion von Wunden oder bei Hautproblemen wie Akne. Zur Reinigung der Haut oder als Auflage bei Verletzungen wird 1 TL Tinktur mit 100ml Wasser verdünnt. Innerlich wird die Ringelblumen-Tinktur zur Unterstützung der Verdauung oder bei Menstruationsschmerzen verwendet (3x täglich 10 – 15 Tropfen). Und so geht´s:

Frische Ringelblumenblüten

1. Frische Blüten der Ringelblume sammeln und kurz antrocknen lassen.

Blüten zum Ansetzen ins Glas

2. Die Blüten in ein sterilisiertes Glas einfüllen.

Blüten mit Schnaps übergießen

3. Die Blüten im Glas werden mit Schnaps übergossen.

4. Das Glas stellt ihr für bis zu drei Wochen an einen warmen Fensterplatz (nicht direkt in die Sonne), dann seiht ihr die Blüten durch einen Teefilter oder ein Feinsieb ab und füllt die Tinktur im besten Fall in ein Braunglas ab oder ihr bewahrt eure Tinkturen an einem lichtgeschützten Ort (Schublade, Speisekammer, Keller) auf.

Noch mehr Rezepte mit Kräutern & Blüten findest du hier! 

Hinweis!

Die von mir am Blog veröffentlichten Informationen rund um Küche und Garten werden sorgfältig recherchiert,  erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Rezepte und Anwendungen der Volksheilkunde nicht den Besuch beim Arzt ersetzen und die Umsetzung auf eigene Gefahr erfolgt. 

Buchtipps

Für meine Recherchen über Alkoholische Pflanzenauszüge habe ich unter anderem das Buch „Heilpflanzen-Tinkturen – Wirksame Pflanzenauszüge selbst gemacht“ von Rudi Beiser und Helga Ell-Beiser, erschienen im Ulmer Verlag, zu Hand genommen. Es eignet sich meiner Meinung nach besonders gut für den Einstieg in die Thematik. Die Basis – was ist eine Tinktur, wie wird sie hergestellt, welche Utensilien bzw. Kräuter benötige ich dafür – wird sehr einfach und gut erklärt. Praktisch finde ich die Rezepturen für Tinktur-Kombinationen, wie zum Beispiel eine Tinktur als Wundpflaster mit Blutzwurz-, Kamille-, Lavendel-, Ringelblumen- und Stiefmütterchen-Tinktur.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiters möchte ich noch das Buch von Gabriela Nedoma „Heiltinkturen aus Wald und Wiese – Einfach selbst gemacht“, erschienen im Servus Verlag empfehlen! Erläutert wird der Unterschied zwischen Tinkturen mit und ohne Alkohol, hilfreiche Tipps aus der Praxis sowie überliefertes Heilkräuterwissen.

Alkoholische Tinkturen selber herstellen
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Anke Eder

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