Anzucht eigener Jungpflanzen

Letzte Woche hatte ich wieder einen superspannenden TEH-Seminartag! An der Tagesordnung stand ein für mich super interessantes Thema – die Produktion von eigenen Pflanzen. Klar kann man bei der Gärtnerei bzw. in jedem Supermarkt fertig vorgezogenen Jungpflanzen kaufen. Aber Gemüse-, Kräuter- und Blumenpflänzchen selber zu ziehen hat den Vorteil, dass ich die Kulturfaktoren entscheidend beeinflussen kann, dass ein Packerl Samen im Vergleich zu einzelnen Pflanzen weit günstiger ist und nicht zu vergessen, den ganz besonderen Charme den die Kultivierung von Pflanzen auf dem Fensterbankerl hat.

Ich ziehe seit meinem zweiten Gartenjahr verschiedene Gemüsearten selber am Fensterbankerl – Tomaten, Paprika, Gewächshausgurken, Feldgurken, Zucchini, Kürbis, Zuckermais. Jedes Jahr aufs Neue ist es ein Erlebnis für die ganze Familie. Unsere Kinder helfen mir fleißig bei der Aussaat der Samen, beim Gießen und der Pflege. Ich glaube man schätzt das Gemüse, das man selber groß gezogen hat und dann im eigenen Garten wächst, noch eine Spur mehr – wir zumindest in jedem Fall! Was habe ich also am Seminartag gelernt? Wir hatten einen großartigen Vortrag einer studierten Botanikerin, die uns zum einen Grundlegendes über die entscheidenden Faktoren zur Kultur einer Pflanze erklärte, zum anderen in der Praxis zeigte, wie man Pflanzen richtig aussät und pikiert. Zuhause habe ich mein Wissen sofort umgesetzt und ein paar Fotos für euch gemacht:

Anzuchterde in Keimschalen einfüllen

Zur optimalen Keimung der Samen verwende ich Keimboxen mit Deckel und Anzuchterde.

Die Aussaat

Am Beginn eines jeden Gartenjahres steht das Aussäen der Pflanzen (Gemüse, Kräuter, Blumen). Verschiedene Gemüsesorten wie Karotten, Radieschen oder Kohlrabi werden direkt ins Freiland gesät, andere Sorten wie beispielsweise Tomaten, Paprika oder Kürbis müssen in geschützten Räumen (Gewächshäuser bzw. im Haus) vorgezogen werden. Dafür verwende ich so genannte Keimboxen mit Deckel, die ich mit Anzuchterde fülle. Warum Anzuchterde und keine normale Gartenerde bzw. reichhaltige Humuserde? Wichtig für die Keimung der Samen ist, dass die Erde keine Keime oder andere Samen enthält. Weiters ist die Anzuchterde nährstoffarm, ungedüngt und von der Beschafffenheit her sehr locker. Auch Faktoren wie Licht, Temperatur, Luft, Wasser, Nährstoffe und Düngung spielen eine wichtige Rolle in der Kultur von Jungpflanzen. In Punkto Licht gilt es zu beachten, ob eure Samen Lichtkeimer oder Dunkelkeimer sind. Diese Information findet ihr auf der Packung der Samen! Beispielsweise Kamille ist ein Lichtkeimer, also streue ich die Samen an der Oberfläche der Erde aus und drücke sie nur ganz leicht an. Große Samen, wie die des Kürbis, werden tiefer gedrückt und mit Erde bedeckt.

 

Pflanze mit Pikiergabel entnehmen

Vorsichtig entnehme ich mit einer Pikiergabel die Pflanze aus dem Topf.

Pflanzen pikieren – so wird´s gemacht!

Sind meine Pflanzen erfolgreich gekeimt und zeigen sich die ersten beiden Keimblätter, ist es Zeit für das so genannte Pikieren. Warum spielt dies eine wichtige Rolle? Man könnte doch auch in jeden Topf nur einen Samen geben, dann hätte die Pflanze später genug Platz. Aber: Durch das Pikieren bekommt die Pflanze zum einen mehr Platz, vor allem aber wird das Wurzelwachstum angeregt! Wie funktioniert´s? Ich entnehme vorsichtig mit der Pikiergabel das Pflänzchen und lege es beiseite, dann fülle ich den Topf mit Anzuchterde voll an und mache in der Mitte ein Loch. Die Pflanze setze ich vorsichtig ins Loch, bis die Keimblätter eben sind mit der Erdoberfläche. Abschließend wird das Loch mit Erde leicht aufgefüllt und die Pflanze angegossen. Danach kommen die Pflänzchen an ihren Platz am Fensterbankerl (Licht, aber keine direkte Sonne) bei Zimmertemperatur.

Einen Buchtipp gibt es zum Abschluss auch noch von mir! Ich kann euch ein interessantes Werk über den Anbau eigener Tomaten empfehlen. In „Tomaten anbauen und genießen“ von Gail Harland und Sofia Larrinua-Craxton werden detailliert verschiedene Sorten porträtiert, die Aufzucht aus Samen wie auch mit Jungpflanzen ausführlich erklärt und auch einige Rezepte für die leichte Sommerküche angeführt.

Anke Eder

2 Comments

  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Lese immer wieder gerne in Ihrem Garten-Blog.
    Man benötigt ja immer wieder hilfreiche Gartentipps.
    Beste Grüße,
    Jana

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