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Basics der Hühnerhaltung

Hühnerhaltung im privaten Garten

Wir haben uns vor ein paar Jahren dazu entschieden, Hühner in unserem Nutzgarten zu halten. Warum? Natürlich wegen der Eier! Hühner sind bekanntlich Allesfresser und verwerten effektiv unsere Reste aus der Küche. Durch die Haltung von Hühner schließt sich also der Kreis von Nutzgarten und Küche. Wir bauen viel Obst, Gemüse und Kräuter in unserem Garten an, kochen damit und die Reste bekommen unsere Hühner. Abgesehen von diesem praktischen Nutzen haben wir unsere Hühner sehr lieb gewonnen und beobachten sie gerne beim scharren und picken.

Sulmtaler Hühner

Was benötigen Hühner um glücklich zu sein?

Glückliche Hühner haben meiner Meinung nach stets einen sauberen und gepflegten Stall, frisches Wasser aus sauberen Tränken, viel Frischfutter, Getreide und viel Auslauf mit der Möglichkeit in der Erde zu scharren (um Würmer und andere Tierchen zu suchen) und im Sand zu baden (um ihr Gefieder zu reinigen). Einzelhaltung kommt für mich nicht in Frage, da die Hühner in einer sozialen Gemeinschaft miteinander leben. 

Brauche ich einen Hahn?

Bei dieser Frage spalten sich die Meinungen. Natürlich bin auch ich der Ansicht, dass die Haltung von Hühnern gemeinsam mit einem Hahn perfekt wären. Ein Hahn agiert als das Oberhaupt der Hühnerschar, sorgt für Ordnung unter den Damen und warnt vor Eindringlingen (wie Greifvögeln aus der Luft). Zu guter Letzt sorgt der Hahn natürlich dafür, dass die Eier befruchtet sind und sichert dem Hühnerhalter die Nachkommen. Da wir in einer bewohnten Siedlung wohnen und ich die Nerven meiner (sehr verständnisvollen) Nachbarn nicht überstrapazieren möchte haben wir keinen Hahn.

Hahn

Was fressen Hühner?

Unsere Hühner bekommen geschroteten Bio-Mais vermischt mit getrockneten und zerriebenen Eierschalen. Den Kalk benötigen sie um wieder Eierschalen produzieren zu können. Kleine Steine für die Verdauung finden unsere Hühner in ihrem Sandplatz unter dem Hühnerhaus. Außerdem bekommen Sie täglich viele viele Leckerbissen, die in der Küche übrig bleiben – wie die Reste vom Saftpressen, Sprossen, Apfelschalen, Nudel- oder Reisreste, überreife Bananen, im Sommer die Schale der Melone mit etwas Fruchtfleisch und vieles mehr. Man sagt ja so schön „Hühner sind Allesfresser“. Das stimmt natürlich, wobei wir unseren Hühnern kein Fleisch oder Fisch geben! Am besten man probiert aus, was die eigenen Hühner am liebsten mögen. Mir wurde beispielsweise oft gesagt, dass Hühner Kartoffelschalen lieben. Bei mir landen sie im Kompost, denn die Ladies verweigern sie.

Wie sollte der Stall gestaltet sein?

Im Internet findet ihr eine Vielzahl an Bauanleitungen bzw. Möglichkeiten fertige Hühnerställe zu erwerben. Wichtig für einen Stall finde ich, dass er gut durchlüftet ist, eine entsprechende Sitzstange für die Hühner hat (Anzahl der Sitzstangen richtig sich nach der Anzahl der Hühner), die Hühner ausreichend Licht haben und Legenester vorhanden sind. Für die Gefiederpflege und das Wohlbefinden der Hühner ist ein Sandplatz empfehlenswert – unserer befindet sich direkt unter dem Hühnerhaus. Für die tägliche Versorgung der Tiere finde ich es praktisch, wenn Frischwasser, Kompost und Futter sich möglichst nahe am Hühnerhaus befinden und der Stall eine angenehme Arbeitshöhe hat.

Hühnerhaltung, HenneWelches Zubehör benötige ich?

Für das Trinkwasser kann ich euch so genannte Stülptränken empfehlen. Diese geschlossenen Wassergefäße schützen vor Verschmutzung des Wassers und sorgen für eine optimale Trinkwasserhygiene. Das trockene Körnerfutter gebe ich in einen Futtertrog. Für frisches Futter wie Salat, Küchenabfälle etc. verwende ich die alten Alu-Schüsseln unseres Hundes. Mithilfe eines Steckzaunes könnt ihr den Bereich im Garten abzäunen in dem sich die Hühner aufhalten dürfen.

Wo kaufe ich meine Hühner?

Ich gebe zu, die ersten drei Hühner haben wir von einem Hühner-Großhändler gekauft. Einmal und nie wieder! Die Hühner warteten in einer dunklen, unbelüfteten Lagerhalle in viel zu kleinen Ställen auf Gittern darauf verkauft oder weitertransportiert zu werden. Völlig schockiert, dass so etwas heutzutage noch möglich ist, haben wir beschlossen diesen Händler nicht weiter zu unterstützen. Ich habe im Nachbarort eine reizende junge Bäuerin kennengelernt, von der wir unsere drei Zwerghühner bekommen habe. Die Sulmtaler Hühner stammen vom Bio-Hof in der Steiermark. Mein Rat also an euch: Wenn ihr euch dafür entscheidet eigene Hühner zu halten, dann zieht wenn möglich Hühner aus Naturbrut bzw. alte Rassen (sind widerstandsfähiger und weniger krankheitsanfällig) den Hybrid-Hühnern aus Massentierhaltung vor!

Hühnereier von den eigenen Hühnern

Und zu guter Letzt: Lohnt sich der Aufwand?
Ich will ganz ehrlich zu euch sein – natürlich machen sie Mist, natürlich muss man sich um die Tiere kümmern und natürlich ist man in gewisser Weise gebunden. Aber: Für uns überwiegen die Vorteile! Wir erfreuen uns am witzigen Wesen der Hühner, ihre hochwertigen Eier bereichern unsere Küche und wir sind überzeugt vom Gesundheitswert der Hühnerhaltung für uns persönlich – wir sind viel an der frischen Luft, sind in Bewegung oder genießen auf dem Bankerl gemütlich den Anblick der munteren Hühnerschar. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden ob die Haltung von Hühnern das Richtige für ihn ist. Wir sind jedenfalls sind sehr glücklich mit unseren Tieren und sehen sie als große Bereicherung für unsere Familie an.

Ihr habt noch weitere Fragen zur Hühnerhaltung im privaten Garten? Dann freue ich mich über euer Kommentar!

Einen Lesetipp habe ich natürlich auch noch für euch: Im Buch „Hühner halten – Das Rundum-Sorglos-Paket“ von Michael von Lüttwitz findet ihr alles über die artgerechte Haltung, Fütterung und noch vieles mehr!

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