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Vitamine von der Fensterbank – Sprossen selber ziehen

Wir stärkt ihr euren Darm und somit euer Immunsystem im Winter? Ich kultiviere in der Zeit, in der mein Gemüse- und Kräutergarten Ruhepause hat, auf dem Fensterbankerl wahre Superfoods –  die Rede ist von Sprossen!

Wahre Vitaminbomben – Sprossen

Bockshornkleesprossen mit Samen

In einem meiner ersten Blogartikel habe ich bereits über die große Wirkung der kleinen Kressesamen berichtet (Kresse – klein, aber oho!). Man kann aber noch viel mehr keimen lassen als „nur“ Kresse.

Sprossen für die Aussaat im Beet
Ein Keimgerät erleichtert die tägliche Pflege der Sprossen.

Was gibt es beim Keimen zu beachten

Kleine Samen wie Kresse werden zuerst mit kaltem Wasser durchgespült und dann auf Küchenrolle oder Watte gestreut. Die Samen sollen jetzt nicht mehr austrocknen. Eine Sprühflasche eignet sich zur Befeuchtung. Größere Samen wie Buchweizenkörner oder Hülsenfrüchte sollten zuerst mit kaltem Wasser durchgespült werden und danach in einem Glas mit Wasser (meist über Nacht) eingeweicht werden. Ist die Quellzeit vorüber, seiht ihr die Samen ab, spült sie noch einmal mit kaltem Wasser durch und füllt sie in die vorbereiteten Keimgefäße. Hierfür könnt ihr entweder ein Keimgerät verwenden oder auch selbstgebastelte Keimgeräte (z.B. ein Marmeladeglas mit einem Netz anstatt eines Deckels). Wichtig ist, dass ihr die Samen mindestens zweimal täglich gut durchspült, um sie feucht zu halten und das Wasser abtropfen lasst, um Fäulnis zu verhindern. Ich habe mir einen Sprossenturm (Keimgerät) gekauft. Ich finde ihn wirklich ideal für alle die regelmäßig ihre Küche mit frischen Sprossen bereichern wollen. Die Handhabung ist denkbar einfach. Jede Etage wird unter der Wasserleitung durchgespült, das Wasser kann abrinnen und die Feuchtigkeit hält sich dank des Deckels im Inneren des Keimgerätes. Die reifen Sprossen lassen sich einfach entnehmen, kurz mit Wasser abbrausen und direkt verwenden. Tipp: Stellt euer Keimgerät bei Zimmertemperatur an einen hellen Standort, vermeidet aber direktes Sonnenlicht.

Radieschensprossen
Radieschensprossen schmecken pikant-würzig.

Nutzt die Vielfalt 

Jede Samenart schmeckt anders, hier gilt es einfach auszuprobieren und die Favoriten zu entdecken. Grundsätzlich könnt ihr Getreide, Samen und Hülsenfrüchte keimen lassen – sprich Bohnen, Linsen, Hafer, Weizen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc. Wichtig: Die Sprossen von großen Bohnen werden vor der Verwendung mit kochendem Wasser blanchiert, um die natürlichen Giftstoffe zu deaktivieren. Jede Sprossenart unterscheidet sich in der Keimdauer, im Nährstoffgehalt und im Geschmack. Beispielsweise enthalten Radieschensprossen viele B-Vitamine und schmecken recht pikant, während Kresse reich an Vitamin C ist und eher scharf schmeckt. Achtung: Je später ihr die Sprossen erntet, umso intensiver wird der Geschmack, oft auch zu bitter oder zu herb. Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist also entscheidend. Ein Richtwert ist ungefähr 3 – 4 Tage Keimdauer.

Bockshornkleesprossen
Bockshornkleesprossen riechen nach Curry und liefern viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Nährstoffbomben von der Fensterbank

Warum also sind die Sprossen richtige Nährstoffbomben? In jedem einzelnen Samen steckt alles was die neue Pflanze zum Leben benötigt. Durch den Keimvorgang entstehen in kurzer Zeit hohe Mengen an wertvollen Nährstoffe wie u.a. Vitamine und Mineralstoffe. Aber auch gesundheitsfördernde Substanzen, die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, finden sich in den Sprossen wieder. Essentiell sind die sekundären Pflanzenstoffe für unseren Körper nicht, aber sie wirken sich sehr positiv aus. Beispielsweise schützen sie vor freien Radikalen, wirken antibakteriell und senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (um nur ein paar wenige Eigenschaften zu nennen). Gerade im Winter, wo frisches vitaminreiches regionales Gemüse eher Mangelware ist, können Sprossen unsere täglichen Mahlzeiten absolut aufpeppen.

Grüne Mungobohnensprossen
Grüne Mungobohnensprossen passen toll ins Wokgericht.

Wie verwendet man Sprossen in der Küche?

Der Klassiker sind natürlich die Sprossen im Salat. Ich habe aber die kleinen Vitaminbomben auch schon in den Brotteig oder den Teig für pikante Pizzaweckerl gemischt, in die Quiche oder die Eierspeise gepackt, zur Jause serviert, als Krönung des Wokgemüse oder als Zutat im grünen Smoothie verwendet. Hier sind eurer Phantasie und eurem Geschmack keine Grenzen gesetzt – erlaubt ist was schmeckt!  Tipp: Die Sprossen könnt ihr ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, durch die Kälte verlangsamt sich das Wachstum.

Radieschensprossen im Salat
Radieschensprossen im Salat sorgen für pikante Würze.

Noch mehr Tipps und Rezepte von mir erfährst du in meinen Workshops
in meiner Kräuterküche in Bürmoos!

Vitamine von der Fensterbank – Sprossen selber ziehen
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